Wahlprüfsteine der LAG Väter in Nordrhein-Westfalen Mai 2017

Im Vorfeld der Landtagswahl in NRW im Mai 2017 wollte die Landesarbeitsgemeinschaft Väter von uns wissen, wie wir uns Väterpolitik vorstellen. Unser Generalsekretär Johannes Vogel hat die Fragen beantwortet, seine Antwort unter Punkt 5 ist unterdessen Teil des aktuellen Koalitionsvertrages der NRW Koalition. Das #NRWUpdate ist also unterwegs!

1. Welche Rolle und Bedeutung hat der Vater aus Ihrer Sicht in der Familie?

Johannes Vogel:

Familien sind vielfältig.
Es gibt beruflich voll erwerbstätige Väter. Es gibt Väter in Elternzeit. Es gibt Väter in Teilzeit oder auch Väter, die sich ganz der Erziehung ihrer Kinder widmen wollen. Es gibt alleinerziehende Väter und Familien mit zwei Vätern. Diese und andere Väterrollen haben alle ihre Berechtigung. Wir Freien Demokraten wollen den Menschen nicht vorschreiben, wie sie zu leben haben. Wir wollen keine Schablone für Väter, die vorgibt, wie Mann sich zu verhalten hat und was einen guten Vater ausmacht Väter sollen selbst ihre Rolle in der Familie finden können. Entscheidend ist letztlich nur, dass für die Kinder gut gesorgt wird. Kinder brauchen Zuwendung, die Förderung ihrer Talente, materielle Absicherung, das Aufstellen von Regeln und Grenzen. Wie Eitern diese Aufgaben verteilen, bleibt stets deren gleichberechtigte Entscheidung.

2. Wie wollen Sie zukünftig die Väterarbeit in NRW nachhaltig fördern und begleiten?

Johannes Vogel:

ln der politischen Diskussion um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden oft nur die Folgen des Mutter-schutzes und die eingeschränkte Erwerbstätigkeit der Mütter thema­tisiert. Die Tatsache, dass sich auch viele Väter mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf wünschen, dazu jedoch kaum Möglichkeiten sehen, bleibt oftmals unberücksichtigt. Insbesondere die rotgrüne Landesregierung setzt Gleichstellungspolitik überwiegend mit Frauenpolitik gleich. Diese Einseitigkeit ist nicht mehr zeitgemäß und sogar kontraproduktiv. Eine moderne Gleichstellungspolitik muss gezielt die Unterschiede in den Lebensverläufen sowohl von Frauen wie auch von Männern berücksichtigen und somit ganzheitlich ansetzen. Diesen Ansatz werden wir auch in der kommenden Legislaturperiode konsequent verfolgen.

3. Wie wollen Sie es Vätern ermöglichen, den viel geäußerten Wunsch, mehr Zeit und Fürsorgearbeit in der Familie zu haben?

Johannes Vogel:

Es muss eine Selbstverständlichkeit in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik werden. dass Männer ihren Wunsch nach mehr Zeit in der Familie auch realisieren können. Um die bestehenden Hindernisse zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Männer auszuräumen, müssen die organisatorischen und politischen Rahmenbedingungen stimmen. Auch muss es zur Unternehmenskultur gehören, Vätern mehr Zeit mit der Familie zu ermöglichen. Durch die Digitalisierung der Arbeitswelt hat insbesondere Homeoffice an enormer Bedeutung gewonnen. Für viele Eltern wäre das Arbeiten von zu Hause bereits eine erhebliche Erleichterung, um Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren zu können. Auch darf ein Vater in Teilzeit kein Stirnrunzeln beim Chef und den Mitarbeitern auslösen. Dazu braucht es ein Umdenken in der Unternehmenskultur: Väter, die in Teilzeit oder von zu Hause arbeiten, dürfen nicht benachteiligt werden, sondern müssen als selbstverständlich betrachtet werden. Die Politik muss den entsprechenden politischen Rahmen schaffen. Wir wollen das Arbeitszeitgesetz flexibilisieren und die bisherige Grenze der täglichen Höchstarbeitszeit von acht bzw. zehn Stunden sowie die elfstündige Ruhezeit aufheben. Stattdessen soll nur die wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden vorgegeben sein, sowie es auch die europäische Arbeitszeitrichtlinie vorsieht. Langzeitkonten (auch Wertguthaben- oder Zeitwertkonten genannt) könnten hier ein entsprechendes Element für mehr Freiheit, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Hoheit über die Gestaltung des eigenen Lebenslaufes sein. Zudem wollen wir die  Betreuungsmöglichkeiten durch die Ausweitung der Öffnungszeiten der Kitas und einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagesplatz für Schüler verbessern.

4. Welche Hindernisse müssen ausgeräumt werden, damit es Männern ermöglicht wird, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu leben??

Johannes Vogel:

Siehe Antwort zu 3.

5. Wie wollen Sie väterliche Fürsorge auch nach einer Trennung oder Scheidung sicherstellen?

Johannes Vogel:

Ehen können scheitern. Doch von Kindern darf nicht erwartet werden, sich zwischen den Eltern entscheiden zu müssen. Das Modell, dass nach einer Trennung ein Elternteil für die Erziehung und der andere für die Finanzierung verantwortlich ist, entspricht nicht den Bedürfnissen des Kindes nach beiden Eltern und ist oftmals auch nicht von den betroffenen Erwachsenen so gewünscht. Wir fordern eine stärkere Berücksichtigung der Betreuungspflicht für beide Elternteile. Kinder sollen einen Anspruch darauf haben, auch im Trennungsfall mit beiden Eltern zu leben, idealerweise im regelmäßigen Wechsel (Doppelresidenz/ Wechselmodell)

6. Mit welcher Form der Zusammenarbeit können wir als LAG Väterarbeit nach der Wahl rechnen??

Johannes Vogel:

Auch in der kommenden Legislaturperiode wollen wir Freien Demokraten uns für die Ziele der LAG Väterarbeit einsetzen. Sie dürfen sich darauf verlassen, dass Sie mit uns stets einen verlässlichen Ansprechpartner im Parlament haben und wir bei familienpolitischen
Fragestellungen gerne Ihre Expertise einholen werden.

7. Woran merken Väter, dass sie mit Ihrer Partei eine gute Wahl getroffen haben?

Johannes Vogel:

Die Freien Demokraten werden sich in der kommenden Legislaturperiode für die vielen Väter in unserem Land einsetzen und ihre Belange bei zahlreichen parlamentarischen Initiativen sowie im Austausch mit den Betroffenen klar berücksichtigen. Jeder Vater, ob er die FDP am 14 Mai wählt oder nicht, wird dann merken: Die Freien Demokraten setzen sich für die Familien und die freie
Entscheidung, wie Menschen ihr Leben gestalten wollen, ein.